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Simbabwe
Victoria Falls: Mit Dickhäutern auf Busch-Safari

von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell

Elefantensafari Die Victoria-Wasserfälle sind eine der wichtigsten touristischen Highlights im südlichen Afrika. Wobei man nach etwa einem halben Tag das Pflichtprogramm, nämlich den Besuch der Katarakte selbst, zumeist schon abgewickelt hat. Was aber dann?

Wie wäre es dabei mit einem Elefanten-Ritt? Gegründet 1994, hat sich das Elephant Camp, ein paar Kilometer in Richtung Flughafen und dann rechts ab hinein in den Busch, zu einer tollen Ergänzung entwickelt. Waren es anfangs nur 4 Elefanten, so sind es mittlerweile bereits 17 Dickhäuter.

Kurz danach eröffnete auch Shearwater Adventures ein gleichartiges Projekt.

Beiden Veranstaltern ist es dabei gelungen, mit der ihnen eigenen Liebe zu den Tieren ein harmonisches Miteinander zwischen Elefant und Mensch zu schaffen.

Soll heissen, wenn ein Elefant mal keine Lust auf Ausflüge mit Touristen hat, zwingt ihn niemand dazu, hat ein Elefant mal keine Lust aufs Camp, kann er auch gern mal im umgebenden Busch übernachten!

Doch die Tiere denken zu 99% familiär und so warten in der Regel alle Tiere darauf, dass morgens die ersten Touristen im Camp eintreffen. Und dort mit einem heissen Kaffee oder Tee erwartet werden, ein kurzes Briefiing inklusive. Man erfährt, dass alle Tiere eigentlich ein trauriges Schicksal hatten, bevor sie ins Elephant Camp kamen.

Alle sind mittlerweile zwischen 12 und 18 Jahren alt, und sind im Prinzip Waisen. Ein Resultat des Cullings, des betsandskontrollierenden Abschiessens ganzer Herden, das in Zimbabwe Anfang der 80er Jahre durchgeführt wurde. Nur die Babys wurden übrig gelassen, und verkauft oder verschenkt.

Diese wuchsen also als Pets bei Farmern auf, sind von Kindesbeinen an an Menschen gewohnt, allerdings dann doch eines Tages zu gross und bekamen im Camp ihre zweite Chance.

'Elefanten sind wie tonnenschwere Kinder!', erklärt mein Guide und für diese Tour auch mein Dickhäuter-Pilot namens Haessler. 'Sie sind sehr sozial und machen prinzipiell gern mit.

Wir müssen sie nur jeden Tag aufs Neue auf die Ausflüge einstimmen, da sind sie eigen. Deswegen beginnt jeder Tag mit der selben Routine.

Gesattelt werden, Begrüssung der Touristen, Abrufen einiger Kunststücke wie Fuss-Check, Trompeten, Rüssel-Geben'... 'Haessler?' - 'Ja', lacht er, 'nur mit Eurem Fussballer habe ich nichts zu tun! Doktor Haessler hiess der Arzt, der mich auf die Welt brachte...'

Die Elefanten können einen oder auch 2 Menschen (theoretisch bis 20% ihres Eigengewichtes) tragen, das Einchecken erfolgt wie bei einem Flugzeug über eine Art Gangway. Ich nehme die letzten Stufen und sitze hinter Haessler auf Lundi, einer 15jährigen Elefanten-Dame mit stattlichen 2,5 Tonnen Gewicht.

'Leider', so Haessler, 'leider haben wir festgestellt, dass die Elefanten sich sehr schnell an einen einzelnen Guide gewöhnen würden. Und was, wenn ich mal krank werde, oder den Job wechseln sollte? Daher wechseln wir spätestens alle 4 Tage durch..., auch im Sinne der Tiere'.

Der Weg der Elefanten führt durch eine Game-Farm, auf dessen Gebiet auch das Elephant Camp liegt. Man kann im übrigen wählen, ob man eine Halbtagestour, so wie ich, oder Tagestouren oder gar mehrtägige Touren mit Übernachtung buchen möchte.

ElefantenreitenDiese Tiere könnten also theoretisch auch alle auftauchen, im und aus dem Busch.

Daher wird die Karawane der Dickhäuter, die sich Touristen-tragend langsam aber sicher vorwärts bewegt, auch an der Spitze von einem Guide mit Gewehr begleitet.

Doch weder eine hungrige Grosskatze noch eine schlecht gelaunte Büffelherde trübt an diesem Tag unseren Ausritt.

Doch die hübschen Impalas, die anmutigen Wasserböcke, grosse Kudus und scheue Buschböcke gestatten hautnahe Wildbeobachtungen, denn dass die Elefanten 'menschenbeladen' sind, hat sich in den Köpfen der Antilopen noch nicht durchgesetzt.

Lundi hat heute im übrigen einen eher verschlafenen Tag. Sie wählt freiwillig die letzte Position in der Karawane, lässt ab und an einmal einen riesigen Ast eines Mopane-Busches mitgehen und kaut gemütlich darauf herum, während sie - Pilot Haessler lässt ihr diese Freiheit - am Schluss der Kolonne mitläuft.

Neben 5 % ihres Körpergewichtes an Futter täglich lieben es Elefanten auch, so um die 100 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Kein Wunder, dass ein kleines Staubecken voller Wasser einen Pflicht-Stopp auf der Tour bedeutet.

Elefanten streicheln Viel zu schnell vergeht die kleine Buschsafari und wir erreichen wieder das Camp.

Nach dem Auschecken, wieder per Gangway, bekommen dann auch wir Zweibeiner unser Futter - ein echtes und uriges Busch-Frühstück, Videovorführung unseres Ausrittes (nett gemacht und natürlich als Souvenir käuflich erwerbbar) mitinbegriffen.

Nun es heisst es Abschied nehmen von "unseren" Elefanten - jeder Tourist füttert sein Tier mit ein paar Händen voller leckerer Pellets - auch dieses abschliessende Ritual gehört zu den vertrauensbildenden Massnahmen zwischen Mensch und Dickhäutern.

Und ich glaube, beide Seiten hatten ihren Spass an dieser gelungen Tour!

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