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SIMBABWE
Die Chinhoyi Caves

von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell

Chinhoyi Caves Zimbabwe
Durch eine 50 Meter tiefe, dunkle Höhle gelangt man zum Sleeping Pool

Ein strahlend schöner Tag, als wir Harare Richtung Nordosten auf der A1 verlassen. Wie so oft zwischen April und November trübt den blauen Himmel kein einziges Wölkchen, und es mutet fast so an, also ob das Blau des Himmels schon einen Vorgeschmack auf das Highlight dieser Reportage geben möchte: Die Chinhoyi Caves, Tropfsteinhöhlen mit einem See darin, dessen Nuancen in Blau unbeschreiblich, nämlich unbeschreiblich schön sind.

Die 115 Kilometer bis zur Stadt namens Chinhoyi mit ihren 30.000 Einwohnern auf der A1 führen durch zumeist landwirtschafliches Gebiet, aber die regelmässig auf dem Bankett anzutreffenden Schilder, die Worms zum Verkauf anbieten, weisen darauf hin, dass hier auch oft Angler gen Norden fahren, und sich auf dem Weg nach Kariba mit Ködern eindecken können.

Und in gewissem Sinn waren auch die Höhlen selbst immer ein reizvolles Köder-Objekt menschlicher Begierden, leider auch im negativen Sinn. Um das Jahr 1830 herum sollen der nomadisierende Angoni-Stamm hier die ursprünglichen Bewohner überrascht und in den See gestürzt haben, der danach den Namen Chirorodziva erhielt: See der Gefallenen...

Wenig später trieb dann ein gefürchteter Gesetzloser namens Nyamakwere mit seiner Bande hier sein Unwesen. Auch seine Opfer sollen im See der Stille ihr Ende gefunden haben.

Bis dann letztendlich der Shona-Häuptling Chinhoyi erschien und dem grausigen Treiben ein Ende setzte. Aber auch er und sein Volk mussten in den Höhlen, in denen sie riesige Vorratsspeicher anlegten, als Zufluchtsort nutzen, um vor den kriegerischen Ndebele in Sicherheit zu sein. Dies soll, so die Berichte, um 1890 stattgefunden haben.

Erste Funde von Tongefässen datieren die Experten dagegen bereits auf 650 nach Christus.

Ab 1957 wurden die Höhlen dann zum National Monument erklärt, und wiederum 1975 in den heute bestehenden Erholungspark umgewandelt.

Wer also die Caves besichtigen möchte, sollte sich zunächst einmal nicht ein riesengrosses Areal und tagelange Märsche erwarten. Wer Zeit und Muse hat, und auch einmal eine halbe Stunde am blauen Wasser träumen möchte, kann 2-3 Stunden für die Besichtigung einplanen.

Chinhoyi Caves Zimbabwe
Ein spiegelblaues, bis über 90 Meter tiefes Klaksteingewässer...

Zunächst geht man durch einen schöne Garten mit hohen Bäumen auf ein grosses, schwarzes Loch zu. Das Wonder Hole! Über Stufen steigt man in es hinab, und quasi durch es hindurch, um etwa 50 Meter tiefer am schon oft erwähnten See, dem Sleeping Pool anzugelangen.

Der ist, rein geologisch, eine eingestürzte Kalksteinhöhle. Je nach Regenfall ist er zwischen 80 und 91 Metern tief, je nach Sonnenstand und Tageszeit wechseln seine Farben, die Sichtweite ins tiefe klare Wasser ist enorm.

Die Wassertemperatur beträgt übrigens tagein, tagaus, jahrein, jahraus exakte 22 Gard Celsius. Da diese also kein bisschen schwankt, gehen die Geologen davon aus, dass dieser See zum grössten Teil noch unterirdisch weitergeht, die sichtbare Oberfläche also nur ein kleiner Teil des gesamten Wasserkörpers ist.

Wenn man genug sinniert und verweilt hat, steigt man die Stufen wieder nach oben, und geht ein paar Minuten weiter, um die Dark Cave zu erreichen, die dunkle Höhle, das eigentliche unterirdische verzweigte Gangsystem im Kalkstein, das in den für Touristen gangbaren Bereichen mit Kunstlicht beleuchtet wird.

Die in den Stein gehauenen Stufen sind teils steil, und da man weitere 46 Meter nach unten, und anschliessend wieder nach oben steigen muss, ist eine gewisse Fitness angeraten.

Davon erholen kann man sich übrigens gleich in unmittelbarer Nachbarschaft: Mit am Parkplatz für die Caves gelegen ist ein nettes Restaurant mit schönem Garten.



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