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Inseln der Malediven

Die Insel Dhangethi - Zu Besuch im Alltag der Malediver

von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell


Dhangethi Island und die Inseln der Malediven Reisen

Guide Saud erklärt, wie man damals im Sand Lesen und Schreiben lehrte. Ihm fällt es leicht, denn er ist hauptberuflich Lehrer auf der Insel

Die Frage: Sea Plane oder Speedboat? Die Antwort: Dhoni. Gemütlich tuckernd legt das Traditions-Boot mit dem ungeschriebenen Generationen-Bauplan vom White Sands Resort im Ari Atoll ab.

Ziel ist eine so genannte Einheimischen-Insel, was nicht despektierlich gemeint ist.

Man hält Urlauber und Alltag eben getrennt auf den Malediven, was schon allein vom eng begrenzten Platz her Sinn macht, denn auch Dhangethi, das nach knapp 20 Minuten am Horizont auftaucht, ist doch dicht besiedelt. Da noch ein Resort mit hinzubauen, hätte wenig Entfaltungsmöglichkeiten.

Der übliche Landungssteg wartet auf die Besucher, eine bunte Tafel sagt Willkommen auf Dhangethi. Willkommen in der beschaulichen Welt von in etwa 825 Insulanern, die hier auf der nur ungefähr einen Kilometer langen Insel zusammenleben.

Es gibt ein Island-Office als Hauptverwaltung, es finden demokratische Kommunalwahlen statt, auch wenn der Island Chief dann doch zumeist von außerhalb stammt, von der Regierung bestimmt und geschickt wird.

Graue, rechteckige Bauten reihen sich an rechtwinklig angelegten Strassen, Mäuerchen fangen neugierig Blicke ab, grüne Bäume, unter denen Kinder spielen, dekorieren die Strassen. Frangipani und Hibiscus blühen, Kokospalmen rekeln ihre Wedel über die engen Gassen.

Blickt man nach oben oder hält nur die Ohren offen, fallen Satelliten-Schüsseln und allzu vertraute Zivilisationsgeräusche auf, die bunte Fernsehwelt zaubert marketing-gesteuerte Bedürfnisse ins einstmals intakte Inselleben.

Vom Einst zeugt auf Dhangethi vor allem das Cultural Center. Gut, es ist für die Touristen gemacht worden. Und trotzdem betritt man hier eine Welt, die noch keine Generation zurückliegt. Man lebte vom Fischfang und nutzte die vor allem die vor Ort nutzbaren Ressourcen. Hauswände entstanden durch Matten-Weberei aus Schraubenbaum (Pandanus)-Blättern, hier Kashikeya genannt.

Man betritt die Häuser verschiedener Spezialisten, man besucht den Fischer, den Weber, den Schmied, den früheren Chief, der in seiner Schaukel von Untergebenen luftbefächelt Hof hielt.

Man lernt auch den Alltag kennen, findet erstaunliche Parallelen wie zum Beispiel Mutter und Kind zusammen wohnten, inklusive einer Wiege und Schaukel. Als Schultafel diente für ältere Kinder einfach eine feinsandige Kiste.

Die Insel Dhangethi  Malediven Reisen

Heute sind die Kids der Insel Dhangethi modern drauf. Dafür sorgen (leider?) auch die überall lärmenden TVs...

Die wertvollen Habseligkeiten hatte jeder Hausherr in einer kleinen Truhe verwahrt, diese war natürlich wichtigster Bestandteil des Hauses, ein klassisches Schatzkästchen, als.

Und hier bei den Finanzen schliesst sich der Kreis zwischen Tourist und Einheimischen: Der Besuch dieses Cultural Center finanziert die Schule gleich nebenan, das moderate Shopping auf der Insel sorgt für willkommenen Einkünfte, und selbst ein konsumkritischer Reisender wird das eine oder andere wirklich originelle und gut gemachte Souvenir finden.

Gerade die Schule verdient noch ein dickes Lob. Sie ist wirklich gut gemacht, hat einen saubere Bibliothek und ringsum zieren Weisheiten den Pausenhof, die auch für den Rest der Welt Gültigkeit hätten. Und als Tourist sorgt man eben durch seinen gern geleisteten Obulus dafür, dass die Kids hier bis zur neunten Klasse Unterricht haben können, und nicht nur vier Jahre lang auf ihrer Insel bleiben können, um hier zu lernen.

Noch etwas sollte man sich zeigen lassen: Auf der Insel gibt es einen (oder einen, der aus mehreren besteht) uralten und immens grossen Banyan-Tree, einer Ficus-Art, die sich durch ihre unverwechselbaren Luftwurzeln ein eigenes Areal um sich herum sichert.



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